Herzlichen Dank an Herrn Seehofer 

und seine Mittäter

Weil die Auslastung der Bettenkapazität bzw. die Abrechnung der Liegetage zur Umsatzsteigerung oder einfach zum Überleben einiger Kliniken dem damaligen Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) in den 90er-Jahren ein Dorn im Auge war, hatte er unter dem Deckmantel „Kostenexplosion bei stationären Krankenhausaufenthalten“ ohne Rücksicht auf Verluste den Weg geebnet zur Einführung eines angeblich „leicht“ überblickbaren Abrechnungssystem, – dem DRG-System. Herr Seehofer war vom 06. Mai 1992 bis 27. Oktober 1998 Gesundheitsminister. 

Auf den Zug des „DRG-Systems“ aufgesprungen, als „Blinde Lokführerin“, um diesen mit Volldampf dem Ziel näherzubringen, war Andrea Fischer (Grüne), Gesundheitsministerin für die Zeit vom 27. Oktober 1998 bis 12. Januar 2001. Dann kam Ulla Schmidt (SPD), um das Kraut fett zu machen. Die Dritte im Bunde, eine Vertreterin der kleinen Leute, – „möchte man meinen“. Gesundheitsministerin vom 12. Januar 2001 bis 27. Oktober 2009. Sie peitschte den Zug ohne Sinn, Verstand und Skrupel mit der Ladung „DRG-System“ nicht nur 2003 ins Ziel, – sondern darüber hinaus. Sodass dieser Zug auch weiterhin ungebremst, unaufhaltsam und vor allem unkontrolliert wie eine immer größer werdende Lawine ein Opfer nach dem anderen verschluckt, ohne dass die immer lauter werdenden Hilfeschreie der Menschen gehört werden. Auch die nachfolgenden Lokführer, die Gesundheitsminister Phillip Rösler (FDP), Daniel Bahr (FDP) und Hermann Gröhe (CDU) hielten es nicht für ihre Pflicht, nur einmal aufzuhorchen und in den Rückspiegel zu schauen, um zu erkennen, damit es an der Zeit war, die Notbremse zu ziehen. Wie heißt es immer so schön: „Nach mir die Sintflut“ oder nach mir der Nächste, der sich um das Problem kümmern kann. Der Nächste ist seit 14. März 2018 nun Herr Jens Spahn (CDU). Ein Lokführer (ehemaliger Pharma-Lobbyist), der maßlos überfordert ist/war durch die Corona-Problematik. Dieser Mensch hat das hinter sich hergezogene Übel, den weiterhin außer Kontrolle geratenen Zug nicht mal mehr wahrgenommen oder wollte ihn nicht wahrnehmen. Eins ist auf jeden Fall sicher, früher oder später wird dieser Zug ein jähes Ende haben. Mit einem Crash an die Wand, sobald unser Gesundheitssystem vollends kollabiert ist.

DRG-System: „Das System, das uns krank macht“

Es ist so unglaublich, wenn man sich dieses System genauer ansieht. Welche katastrophalen Auswirkungen dieses System mit sich bringt. Die vielen

-  Todesfälle,

-  kaputt operierte Menschen, 

-  unnötig operierte Menschen,

-  Menschen am Existenzminimum (Erwerbsgemindert)

-  Selbstmorde aufgrund von Schmerzen, aufgrund einer Depression und

die unglaubliche, schier grenzenlos wachsende finanzielle Belastung für unser hart erarbeitetes Gesundheitssystem. Und keinen interessiert es! Zumindest keinen, der den Zug stoppen könnte. Die Vertreter, die von uns, dem Volk gewählt wurden.

An dieser Stelle ein „herzliches Dankeschön“ von mir an alle Gesundheitsminister/innen, die an der Einführung des „DRG-Systems“ dabei waren, um damit ein Konkurrenzdenken unter den Krankenhäusern zu erzeugen. Selbstverständlich auch an die Herren Gesundheitsminister, die nur tatenlos zugesehen haben, wie sich durch dieses System empathische aufopferungsvolle Ärzte – in operationswütige Akkordarbeiter, – in Monster ohne jegliches Mitgefühl verwandelt haben.
Sie alle sind dafür verantwortlich. Pfui, schämt Euch!!!

Wie das möglich ist? Was das „DRG-System“ damit zu tun hat? 

Seit 2004 wurde nun dieses System für alle Krankenhäuser scharfgeschalten. Seit diesem Zeitpunkt gibt es nun für jede Prozedur (Injektion usw.), für jede Operation, wie für unser Beispiel die Bandscheibenoperation, einen Pauschalbetrag – die „Fallpauschale“. Das heißt für jeden Eingriff am Körper, für jede diagnostizierbare Krankheit gibt es eine feste Vergütung. Je höher der Aufwand, desto mehr Geld. Je mehr Prozeduren/Operationen, desto mehr Vergütung. Diese fixen Preise sind im sog. „OPS-Katalog“ aufgeführt. Für die Bandscheibenoperation lautet der medizinische OPS-Schlüssel: „5-831 Exzision von erkrankten Bandscheibengewebe“. Dieser Eingriff wird mit einem Pauschalbetrag von knapp 4.200,- Euro vergütet (so viel hat meine mikrochirurgische Bandscheibenoperation gekostet).In diesem Betrag steckt alles drin. Von der Operation mit allen dafür benötigten Materialien, bis hin zur Pflege des Patienten nach der Operation inklusive einer vereinbarten Mindestzeit an Liegetagen.
Und hier steckt die Wurzel des Übels: Wer jetzt mit möglichst geringen Kosten den Patienten schnell abfertigt, – macht zusätzlichen Gewinn. Wer sich auf die Patienten einlässt, – macht Verluste. Jeder Tag, der die bezahlten Mindestliegetage überschreitet, geht zulasten des Krankenhauses und erhöht somit die Betriebsausgaben, was wiederum zu einer Gewinnschmälerung führt und zwangsläufig zu Einsparungen. Heute sind also alle Kliniken dem ökonomischen Prinzip, dem Wirtschaftlichkeitsprinzip, unterworfen. Wenn jetzt die „Rote Lampe“ auf der „Umsatzampel“ angeht, dass das Umsatzziel nicht erreicht wird, dann hat der Arzt nicht die Chance dem Defizit durch bezahlte „Liegetage“ entgegenzuwirken. Vielen Dank Herr Seehofer! Frage der Klinikleitung: Was kann man tun, um die gesteckten Umsatzziele zu erreichen und von den roten Zahlen runterzukommen? 

Operieren bis zum Geht-nicht-mehr!

466 Milliarden sag ich da nur!!!

STOPPT DAS DRG-SYSTEM!